Jahresbericht 2008/09

Ende des Jahres belegte eine Studie der Stiftung Lesen: Ein Viertel aller Deutschen liest nie ein Buch. Eine Zahl, die nachdenklich stimmt. Denn Lektüre prägt und fördert. Wenngleich Lesen nicht direkt lebensnotwendig ist, so hilft es doch zu verstehen, was es bedeutet, Mensch zu sein. Wer nie liest, kann niemals erfahren, welche unbändige Vielfalt sich zwischen Buchdeckeln verbirgt.
Nun lassen sich Zahlen stets unterschiedlich interpretieren. So kann man sich zum einen damit trösten, dass solche Leseverweigerer von jeglicher Schundliteratur verschont bleiben. Aber wie steht es denn beim Umgang mit den neuen Medien? Wer nie ein Buch in die Hand nimmt, wird sich wohl auch kaum ein E-Book anschaffen. Wer hingegen viele, gute Texte liest, lernt nicht nur, seine Gedanken zu ordnen und klarer auszudrücken. Ein geübter Leser wird vielmehr auch die neuen Medien kompetent und sinnvoll verwenden, eben als kritischer Nutzer, nicht als gedankenloser User.
Die erste Fachkonferenz in diesem Schuljahr befasste sich zunächst mit der Deutschen Sprache an sich: Sprache im Wandel durch Politik und neue Medien, Deutsch im Grundgesetz verankern, Stiftung Deutsche Sprache, Großbuchstabe für das scharfe ß und anderes mehr. Einen weiteren Schwerpunkt bildeten die bislang bekannt gewordenen, allerdings noch spärlichen Ankündigungen des federführenden ISB über den ins Haus stehenden Lehrplan.

Auch heuer fand die Dichterlesung im Herbst großen Anklang bei unseren Schülerinnen und Schülern. Diesmal waren auch von der Außenstelle Mühlbach zwei Klassen (DBFH 10 und DBFH 12) per Bus extra angereist, was durch das Ausbildungszentrum für Kaminkehrer in Mühlbach großzügig bezuschusst worden ist. Mit Friedrich Brandl als Autor hatten wir einen Mundartdichter aus Amberg, also aus der unmittelbaren Nachbarschaft, zu Gast, der es verstand, seine Zuhörer zu fesseln (siehe den Bericht ‚Zum Nouchdenka'). Auch an dieser Stelle sei noch einmal dem Boedecker-Kreis gedankt, der diese Veranstaltung wie in den letzten Jahren gefördert hat.

Ebenso war die Theatervorstellung des Radiks-Ensembles eine herausragende Abwechslung im Schulalltag (siehe den Bericht ‚Theater gegen Gewalt'). Das aufgeführte Stück ‚Und dann kam Alex' thematisiert das brisante Problem Mobbing, Bullying und Gewalt unter Jugendlichen. Nicht zuletzt die abschließende Diskussion mit den Besuchern regte diese dazu an, sich eigenständig mit dem Thema auseinanderzusetzen. So kann dieses Theaterstück dazu beitragen, Gewalt erst gar nicht entstehen zu lassen. Danken möchte ich hier allen Lehrkräften, die mich bei diesem Projekt unterstützt haben, vor allem den Kollegen Werner Schmidt und Heinz Lang, die mit ihren Klassen wertvolle Hilfe geleistet haben, die Aufführung in der ASV-Halle reibungslos zu organisieren. Besonders hervorzuheben ist die finanzielle Unterstützung, für die ich - auch im Namen der Schülerinnen und Schüler, die die Vorstellung besuchen konnten - dem Förderverein der Berufsschule herzlich danke.

Vielfältig waren die Themen, die in Weiden bei der Dienstbesprechung der Deutsch-Fachbetreuer des Regierungsbezirks auf der Tagesordnung standen. Viel Diskussionsstoff boten die sprachlichen Probleme beim Formulieren treffender Zeugnisbemerkungen beziehungsweise die Mängel oder Vorzüge der dafür verfügbaren Programme. Vereinbart wurde, dass der nächste Schreibwettbewerb für die beruflichen Schulen der Oberpfalz im Schuljahr 09/10 von der Wirtschaftsschule Windisch-Eschenbach ausgerichtet wird. Sein nur scheinbar begrenztes, in Wahrheit jedoch sehr umfassendes Thema lautet: Die Oberpfalz. Wünschenswert, dass sich unsere Schule wieder recht rege beteiligt.
Am Nachmittag fand eine Begegnung mit der weithin bekannten Schriftstellerin Marianne Ach statt. In der Oberpfalz geboren, lebt die ehemalige Lehrerin heute in München. Sie las aus ihren Werken einzelne Ausschnitte vor, von denen besonders die Geschichte der kleinen Margarete aus ‚Der Blechsoldat' die Zuhörer packte, so dass man gespannt sein darf auf die Herbstlesung, die am 24. November an unserer Schule stattfinden wird.

Die zweite Fachkonferenz wird sich in der Hauptsache dem neuen Lehrplan widmen, der ja im neuen Schuljahr in den zehnten Klassen eingeführt werden soll.
Abschließend danke ich auch in diesem Jahr allen, die mich mit Anregungen und in kollegialer Zusammenarbeit unterstützt haben.

Kranzler, StD

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